Personal Branding Fotos und Interview mit Rednerin Tabea Lippert – Businessfotograf Leipzig

Tabea begleitet verschiedenste Festlichkeiten und Zeremonien als Rednerin und Sängerin. Sie wünschte sich für ihre Begleitung von Trauerfreiern als Rednerin Personal Branding Fotos von sich, die zum Thema Abschied und Trauer passen. Im Interview erzählt sie über ihren Weg in die Selbstständigkeit und über ihre Arbeit als Trauerrednerin.

Liebe Tabea, bitte stell Dich einmal kurz vor, wer bist Du und was genau machst Du?

Auf meiner aktuellen Visitenkarte steht “Freie Rednerin und Sängerin für Trauungen, Taufen und alle Feste des Lebens”. Ich gestalte also Zeremonien zur Freien Trauung, zur Freien Taufe (viele kennen das auch unter dem Begriff der Namensweihe oder als Willkommensfest), erneuere mit Paaren ihr Eheversprechen einige Jahre nach ihrem eigentlichen Ja zueinander, gestalte aber auch Abschiede, also Trauerfeiern, mit Worten. Manchmal auch mit Gesang. 

Ich lebe mit meinem Mann und unseren zwei Kindern in Chemnitz, bin Anfang dreißig, studierte Literaturwissenschaftlerin und liebe DIY.  

Wie war Dein Weg in die Selbstständigkeit? Warst Du zu dem Zeitpunkt bereits Mama?

An eine Selbständigkeit hätte ich für mich im Leben nie gedacht. Ich war in einer IT-Firma als Personalerin gut angekommen, ich mochte die Arbeit mit Menschen, das Konzipieren und Organisieren. Die unbefristete Festanstellung gab mir Sicherheit, was mir bis dahin sehr wichtig war.  

Rund um die Schwangerschaft mit unserem zweiten Kind bündelten sich dann einige Begebenheiten und Begegnungen, die etwas in mir anstießen: 

Eine Galeristin aus Leipzig, Susanne Höhne von Beuteltier Art, bot einen Onlinekurs zu Kreativtechniken an, bei dem ich mich mit meinen Wünschen für mein Leben und meinen Begabungen auseinander setzte. 

Zeitgleich wusste der Facebook-Algorithmus wahrscheinlich schon besser über mich Bescheid, als ich selbst, denn mir wurde gehäuft Werbung von einer Trauredneragentur geschaltet, die Redner für ihr Team suchte. (Mit der Redneragentur stand ich später tatsächlich auch in Kontakt, wusste aber schnell, dass ich meinen Weg bewusst auf meine Weise und mit meinem eigenen Anspruch gehen möchte. 100% Vollgas für mein eigenes “Baby”, quasi.)

So lag es dann irgendwann ganz klar vor mir: 

Meine Berufung liegt im Erzählen von Liebes- und Lebensgeschichten, im Gestalten von Ritualen und Zeremonien, sowie dem Schaffen von bleibenden Erinnerungen. Meine bisherigen Wege, egal ob Studium, Job, Weiterbildungen oder Hobbys, hatten mich wunderbar auf diese Reise vorbereitet und so warf ich meine Bedenken über Board und lief einfach los. 

Wie sahen Deine nächsten Schritte aus?

Mein Weg führte zuerst in die Freiberuflichkeit. Da ich nach unserem ersten Kind in Teilzeit tätig war, war meine finanzielle Fallhöhe auch nicht so hoch. Ein notwendiges Umsatzziel, um den gleichen Lebensstandard zu sichern, wie zuvor, war also realistisch erreichbar. Auch schon recht zu Beginn. Als dann die Firma, in der ich angestellt war, umstrukturiert wurde und nach der Elternzeit kein Zurückkommen möglich war, wurde aus dem Nebenerwerb eine Selbständigkeit. 

Ein Modus, den ich aufgrund früherer Glaubenssätze erst einmal ausgeschlossen hatte, wurde dann doch Realität und so lerne ich die Vorteile und Freiheiten der Selbständigkeit gerade sehr zu schätzen. Ohne Mut und das Loslassen des ein oder anderen Denkmusters geht es eben nicht!

Frau hält Tuch in der Hand

Was ist für Dich der bisher schönste und der schwierigste Moment in Deiner Selbstständigkeit gewesen?

Nie werde ich vergessen, wie ich nach der ersten Trauung im Auto saß, mein Herz fast überschwappte vor Freude. Glücklich und beseelt stellte ich den Motor an und wählte die Nummer meiner Eltern. Als mein Papa sich meldete, platzte es aus mir raus: “Papa, JETZT bin ich Traurednerin! Wirklich und so richtig.” Bis dahin war es ja immer ein Konstrukt, dass Angebot einer Dienstleistung gewesen, aber nun hatte ich wirklich zwei unglaublich herzige Menschen um ihr Ja-Wort gebeten und sie getraut. Das war ein unbeschreibliches Gefühl für mich, weil es sich endlich so echt angefühlt hat. Alle Kraft und Leidenschaft, die ich vorab in diese Berufung gesteckt hatte, wurde Wirklichkeit und lag nun als weiterer Weg glasklar vor mir. 

Bei allem, was sich an der Hochzeitsbranche so flauschig und rosarot anfühlt, war es für mich ein Lernprozess, dass auch Traugespräche mit gemeinsamen Tränen enden können. Ich komme meinen Paaren und ihrer (Familien-)Geschichte sehr nah. Das ist ja mein Anspruch an eine wirklich persönliche Trauung. Aber das heißt eben auch unbedingt zu lernen, sich abzugrenzen. Den Schmerz, den beispielsweise toxische Elter-Kind-Beziehungen, Alkoholismus in der Familie oder auch der frühe Verlust eines Kindes, die im Traugespräch zur Sprache kommen (können), für Paare mit sich bringen, habe ich gelernt zu sehen und mit zu tragen. Aber ihn mir niemals persönlich anzunehmen oder gar mitzunehmen. 

Das wiederum hat mich auch reifen lassen für meine Arbeit als Trauerrednerin.  

Selbstständig sein als Mama: Was ist für Dich persönlich wichtig, damit Du mit Deiner Arbeit erfolgreich sein kannst?

Auch wenn man von Außen oft nur die 30 bis 60 Minuten aktive Redezeit sieht, gehört noch so viel mehr dazu. Das Gute ist aber, dass ich mir diese verborgene Zeit (für Zeremoniekonzeption, Redenschreiben, Abstimmungen, Proben der Rede und Musik, Technikauf- und Abbau etc.) meist sehr gut einteilen kann. Mit Kindern kommt mir das natürlich entgegen. Solange ich mein Gesamtpensum nicht aus den Augen verliere, kann dann auch mal entspannt ein Kind mit Schnupfennase Zuhause bleiben. Auch der Corona-Lockdown war etwas erträglicher dadurch, dass ich nicht gegenüber einem Arbeitgeber eine feste Stundenzahl in einem vorgegebenen Zeitfenster erbringen musste.

Gleichzeitig bringen wir als Familie für meinen Job aber auch große Opfer. Da Brautpaare oder Angehörige meist berufstätig sind, finden diese Treffen zu eher familienunfreundlichen Zeiten statt, oft am Nachmittag/Abend oder an Wochenenden. Auch Trauungen kosten mich mit allem drum und dran gut und gerne einen ganzen Samstag, den natürlich auch meine Familie gern mit mir verbringen würde. 

Damit es dennoch funktioniert, ist innerhalb der Partnerschaft gegenseitiges Verständnis das A und O. Bei uns gibt es  Gleichwertigkeit in der Wahrnehmung unserer jeweiligen Jobs & Aufgaben, also echte Wertschätzung und die Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung unabhängig davon, wer am Ende mehr Stunden arbeitet, mehr verdient, “wichtiger” in seinem Job ist o.ä.. Wenn sich beide Partner erfüllt und gesehen fühlen, ist das ein grundsätzlicher Gewinn für die gesamte Familie.

Außerdem ist eine gute Betreuung der Kinder durch eine zuverlässige Bindungsperson unerlässlich, damit jeder von uns auch beruhigt und fokussiert seine Termine wahrnehmen kann. Bei manchen Hochzeiten mussten auch mein Mann und die Kinder mit, da ich zu Beginn meiner Tätigkeit unser Zweites ja noch (fast) voll gestillt habe. Im Allgemeinen balancieren wir da zwischen Papa, Großeltern und gelegentlich Freunden oder Babysitter. Planung ist da absolut King.

Derzeit überwiegen für uns definitiv die Freiheiten. Ob das mit Schuleintritt unseres großen Kindes so bleibt oder welche Veränderungen wir dann anstreben müssen, werden wir im Miteinander als Familie sehen und sind da offen.

Was würdest Du jetzt anders machen, wenn Du Dich noch einmal selbstständig machen würdest? Welche Tipps würdest du Frauen oder Mamas mit auf den Weg geben, die den Schritt in die Selbstständigkeit gehen möchten

Zu Beginn dachte ich, alles müsste stehen, stimmig oder gar perfekt sein, damit ich loslegen und mich zeigen kann. Mittlerweile habe ich gelernt: “Done is better than perfect”, insbesondere was das Drumherum angeht. 

Name, Logo und Webseite? Ja, das darf gern ausgiebig konzipiert werden. Aber gerade zu Beginn ist so vieles im Werden und Wachsen, die eigene Haltung verändert sich nochmal durch das erste richtige Tun, sodass es manchmal wichtiger ist, einfach loszulaufen. Perfektionismus bremst da eher aus. 

Ich weiß mittlerweile viel genauer wofür ich mit meiner Arbeit stehe, welche Werte ich vertrete, welchen mehrwert meine Paare oder die Angehörigen durch mich haben. Auf meinen ersten Flyern konnte ich das noch überhaupt nicht klar benennen. (Ooops, das erinnert mich direkt daran, dass ich die letzten hundert Flyer, die noch von damals im Schrank schlummern, mal entsorgen könnte…)

Mein Rat also: Loslegen und offen sein für Wachstum und Veränderung.

Wachstum gestaltet sich übrigens nicht von allein. Deshalb noch ein weiterer Tipp: Vernetzt euch und tauscht euch mit anderen Frauen (und Männern) eurer Branche und darüber hinaus aus. Wir können so viel voneinander lernen. 

Du hast Dich kürzlich dafür entschieden Menschen nicht nur zu den schönen, feierlichen Anlässen mit Deinen Reden zu begleiten, sondern bietest auch Trauerreden für Beerdigungen an. Wie kam es zu dieser Entscheidung und woher wusstest Du, dass Du dieser Aufgabe gewachsen bist?

Durch meine Brautpaare kam ich immer wieder mit den Themen Loslassen und Abschiednehmen in Kontakt. Einige von ihnen sind Sterneneltern, haben also ihr Kind während der Schwangerschaft oder sehr früh nach der Geburt verloren. In den Gesprächen habe ich gespürt, dass ich wenig Berührungsängste damit hatte und wie gut es den Paaren tat, über ihr Kind und das Erlebte zu sprechen. Jemanden zu haben, der sie und ihr Kind sieht, die Schwere und den Schmerz aushalten kann, der da ist. 

Der Entschluss, Abschiede zu gestalten, Leben zu erinnern, kam bei mir nicht über Nacht. Ich habe mich zu einer Weiterbildung angemeldet, sogar noch einmal abgemeldet. Habe dann bei Laura Schröer von anvertraut Trauerreden einen Kurs gefunden und später Coachings gemacht, die mir und meinem Verständnis von zeitgemäßer, persönlicher Abschieds- und Trauerkultur entsprechen – was ein ganz wesentlicher Punkt ist.  

Bis ich dann nach dem Kurs wirklich Fotos machen ließ, einen Flyer entwarf und an Bestatter herantrat, verging ein dreiviertel Jahr. Diese Zeit war wichtig für mich, um meinen Entschluss zu prüfen und gut mit mir selbst zu sein. Zu sehen: Ja, ich kann das.

Frau sitzt auf Steinen am Strand

Wir haben vor kurzem Personal Branding Fotos für Deine Arbeit als Trauerrednerin gemacht. Warum hast Du Dich dafür entschieden die Fotos professionell machen zu lassen? Was war Dir dabei besonders wichtig?

Meine Arbeitsweise und mein Auftreten ist professionell und die Abschiede die ich gestalte, haben einen großen Wert für die Trauerarbeit der Angehörigen. Deshalb wollte ich mich auch genauso präsentieren: professionell und wertig.

Es sollten sehr bewusst kein Studioaufnahmen sein, denn Authentizität ist mir wichtig. Deshalb entschieden wir uns für Personal Branding Fotos in der Natur, am Wasser, die wunderbar das ausdrücken, was ich für das Verständnis von Leben und Tod als wichtig empfinde und auch mit den Worten in meinen Abschiedsreden transportiere: 

Weite und (Un-)Endlichkeit, Leichtigkeit trotz aller Schwere, Verletzlichkeit, Wandel, Vergänglichkeit, Halt geben und Loslassen. 

Liebe und Tod stehen nah beieinander und wenn man trauert, dann trauert man ja, weil man liebt. Weil man berührt ist. Tod und Liebe, dass ist untrennbar miteinander verwoben. Deshalb erfüllen mich Trauerreden und Trauereden gleichermaßen, wenn auch auf ganz verschiedene Art und Weise. 

Die Liebe bleibt.


Liebe Tabea, vielen Dank für Deine Worte und Deine Zeit, es war mir eine Freude.

Mehr zu Tabea und ihrer Arbeit gibt es hier:
Website: www.liebeswort-herzenston.de
Instagram: www.instagram.com/liebeswortherzenston
Facebook: www.facebook.com/liebeswortherzenston


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