Tipps um Kinder in Bewegung zu fotografieren

Sobald man Kinder hat, weckt das Fotografieren ganz neue Herausforderungen. Zumindest habe ich es als Mama so wahrgenommen. Im Babyalter gestaltet sich das ganze noch relativ leicht, da sich das Baby selbst nicht viel bewegt und schon gar nicht selbst fortbewegen kann. Hier muss man nur einen günstigen Zeitpunkt abpassen und dann ging das Fotos machen fast von selbst (natürlich nur, wenn ich nicht mit drauf war, haha!). Doch als mein Sohn mobiler wurde und schließlich auch laufen konnte, war es für mich nicht mehr so leicht, ihn abzulichten. Ich musste schnell sein und die Kamera immer möglichst griffbereit haben. Nicht nur der Moment musste passen, auch die Einstellungen an meiner Kamera mussten sitzen, um ein gutes Foto zu bekommen, wenn er gerade aus der Küche in sein Kinderzimmer gerannt kam und mir sein Dino-Kuscheltier zuwerfen wollte.

Möglichkeiten um Kinder bei Bewegung zu fotografieren

Passend dazu ist das Monatsthema meiner aktuellen Fotochallenge ‚Bewegung‘. Nachdem ich das Thema in meiner geschlossenen Facebook-Gruppe ‚Mamas mit Kameras‘ verkündet habe, hat eine Mama gefragt, worauf sie achten muss, wenn sie ihr Kind in Bewegung fotografieren möchte. Und darauf möchte ich heute in diesem Blogpost eingehen und ein paar Tipps mit dir teilen.

Für mich persönlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Bewegung festzuhalten. Einmal ist es, das Motiv in der Bewegung einzufrieren und zum anderen ist es die Möglichkeit, die Bewegung in einem Foto durch die Bewegungsunschärfe festzuhalten. Beide Möglichkeiten haben ihren ganz eigenen Charme, und wie du diese erzielst, stelle ich dir hier kurz vor.

Bewegung einfrieren

Um ein scharfes Foto zu bekommen, auf dem sich das Kind und ggf. noch etwas anderes im Motiv bewegt, ist es unabdingbar, dass deine Kamera schnell auslöst. Wenn du mit dem Smartphone fotografierst und die normale Kamera-App nutzt, wirst du da kaum Einstellungsmöglichkeiten haben und kannst nur versuchen, den Fokus richtig zu setzen, mehrmals auszulösen und dann hoffen, dass ein gutes Foto dabei ist.

Verschlusszeit möglichst kurz einstellen

Wenn du nicht nur hoffen möchtest, dass ein gutes Foto dabei ist, empfehle ich dir, die Einstellungen der Kamera selbst in die Hand zu nehmen. Es gibt auch Smartphone-Apps, bei der man die Verschlusszeit, also die Zeit, die die Kamera zum Auslösen benötigt, selbst regeln kann. Dabei und auch bei einer Spiegelreflex- oder Systemkamera ist, wie schon gesagt, eine kurze Verschlusszeit wichtig. Und damit meine ich z.B. eine Verschlusszeit von 1/400 Sekunden oder schneller. Je kürzer die Verschlusszeit, desto besser!

Da bei einer kurzen Verschlusszeit nur sehr wenig Licht von der Kamera aufgenommen werden kann, ist es vor allem drinnen wichtig dafür zu sorgen, dass das vorhandene Licht optimal genutzt wird. Jetzt kommen wir also zu den Kamera-Einstellungen, denn neben der Verschlusszeit kannst du dein Bild noch über die Blende und den ISO-Wert gestalten.

Blendenautomatik für Fotografie-Anfänger

Wird es dir jetzt zu kompliziert und du hast keine Ahnung, wovon ich rede? Dann schau mal, ob deine Kamera einen Modus hat, bei dem du nur die Verschlusszeit einstellen kannst. Bei Canon heißt dieser Modus z.B. ‚Blendenautomatik‘ und wird mit der Abkürzung ‚TV‘ auf dem Einstellrad gekennzeichnet. Bei den anderen Kamera-Herstellern gibt es mit Sicherheit auch diesen Modus, du musst einfach mal suchen.

Mit der Blendenautomatik wird, wie der Name schon sagt, die optimale Blende für deine gewählte Verschlusszeit und für dein Motiv ermittelt. Wenn du dich noch nicht gut mit deiner Kamera auskennst, ist dies also das Mittel der Wahl, um zumindest halbwegs die Kontrolle über deine Kamera zu haben. Und es ist auch total ok, damit zu fotografieren.

Manuelle Einstellungen für Fotografie-Fortgeschrittene

Wenn du deine Kamera beherrschst und du mit den Begriffen ‚Blende‘ und ‚ISO‘ etwas anfangen kannst, startest du z.B. mit einer möglichst großen Blende. Wähle sie nicht zu groß, um auch einen ausreichend großen Schärfebereich zu erzielen. (Kurze Anmerkung: je größer die Blende ist, also eine kleine Blendenzahl, z.B. 2.0, desto kleiner ist dein Schärfebereich im Bild.) Du kannst außerdem noch etwas nachhelfen und dein Bild aufhellen, indem du den ISO-Wert erhöhst. Wenn du draußen fotografierst und gutes Licht hast, kannst du z.B. einen kleineren ISO-Wert einstellen und deine Blende kann kleiner sein, da das Umgebungslicht ausreichen sollte. Es ist, wie immer, ein Ausprobieren. Das wichtigste ist jedoch, dass du eine schnelle Verschlusszeit wählst und dabei ist es egal, ob du mit einer Halbautomatik oder mit dem manuellen Modus deiner Kamera fotografierst.

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Bewegungsunschärfe festhalten

Eine andere Möglichkeit, um Kinder in Bewegung zu fotografieren und die Bewegung zu zeigen ist es, die Bewegungsunschärfe festzuhalten. Damit meine ich, dass die Bewegung der Person oder des Objekts, sichtbar gemacht wird. Das erzielst du, indem du mit einer längeren Verschlusszeit fotografierst und so mehr von der ‚Bewegung‘ aufnimmst. Auf dem Bild sieht dein Motiv dann etwas verschwommen aus, das kann aber ein schöner Effekt sein.

Verschlusszeit möglichst lang einstellen

Wenn du mit der Halbautomatik deiner Kamera fotografierst, also z.B. bei Canon die ‚Blendenautomatik‘ (mit ‚TV‘ abgekürzt), wählst du eine lange Verschlusszeit. Die Kamera wählt dann anhand deiner eingestellten Verschlusszeit Blende und ISO-Wert automatisch. Natürlich kann es dabei passieren, dass dein Motiv überbelichtet wird. Das kannst du nur verhindern, indem du Verschlusszeit änderst oder, indem du im manuellen Modus fotografierst und alle Einstellungen selbst wählst.

Wenn du die Einstellungen deiner Kamera selbst wählst, startest du mit einer langen Verschlusszeit und wählst darauf basierend Blende und ISO. Die Blende sollte hier klein sein und der ISO-Wert ebenfalls, damit dein Motiv nicht überbelichtet.

Kamera stabil halten oder Stativ nutzen

Wichtig, wenn du mit einer langen Verschlusszeit fotografierst ist, dass deine Kamera stabil ist. Denn jede Verwacklung der Kamera führt zusätzlich zu Verwacklungen im Bild und das ist (vermutlich) nicht gewünscht. Deshalb musst du deine Kamera gut stabilisieren. Das gelingt dir, indem du die Kamera durch deinen Körper stabilisierst (Arme eng anliegend oder Kamera gut abgestützt). Bei längeren Verschlusszeiten ist ein Stativ unabdingbar. Damit stellst du sicher, dass deine Kamera während des Auslösens stabil steht und nicht verwackelt. Wenn du ein Stativ nutzt, wäre es noch ideal, wenn du via Selbstauslöser oder Fernauslöser das Auslösen der Kamera steuerst, um die Kamera möglichst wenig oder gar nicht mehr zu berühren und so Verwacklungen ganz zu vermeiden.

Ideen für Motive mit Bewegung

Wenn du dein Kind in Bewegung fotografieren willst und noch etwas mit den Einstellungen üben willst, kannst du es z.B. bitten loszulaufen, wenn du bis 3 gezählt hast. Das ermöglicht dir ein wenig mehr Kontrolle. Ansonsten gilt der Spruch: Übung macht den Meister. Es gibt nicht DIE perfekten Einstellungen für ein Bild, fang an, taste dich langsam vorwärts und irgendwann hast du den Dreh raus, um dein bewegtes Motiv scharf abzubilden.

Einige Ideen, was du noch fotografieren kannst, um die Bewegung festzuhalten, gibt es jetzt:

  • lass dein Kind etwas werfen (z.B. ein Kuscheltier oder einen Ball)
  • lass dein Kind hochspringen (auf dem Bett, in einer Pfütze, auf einem Trampolin)
  • fotografiere dein Kind beim laufen oder rennen

Ich bin mir sicher, dir fallen noch mehr Motive ein und ich bin gespannt, ob dir meine Tipps beim Fotografieren geholfen haben. Lass es mich gerne wissen oder zeig auch gern deine Aufnahmen.


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Hej, ich bin Sina!

Ich bin Fotografin, Mama und gebe Dir auf meinem Blog Einblicke in meine Arbeit als Fotografin, berichte über meine Selbstständigkeit und teile Foto-Tipps mit Dir. Ich möchte Dich inspirieren und mein Wissen mit Dir teilen.

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